Wie können wir Sie unterstützen?

Demenz wird auch als die Krankheit der Angehörigen bezeichnet. Tatsächlich ist ihre emotionale und körperliche Belastung enorm hoch. Die Schweizerische Alzheimervereinigung hat sich zum Ziel gesetzt, Sie in Ihrer Aufgabe kompetent zu beraten und zu unterstützen. 

 

Denn als begleitende und pflegende Angehörige haben Sie zahlreiche Fragen. Hier finden Sie die Links zu den Antworten auf die zehn meistgestellten Fragen:

 

1. Ich befürchte, dass mein Partner Demenz hat, aber er will nicht zum Arzt. Wie kann ich ihn überzeugen, dies abklären zu lassen?

Vergesslichkeit kann durch verschiedene gesundheitliche Probleme hervorgerufen werden. Wenn man weiss, was die Ursache ist, kann man es auch richtig behandeln. 

Es wäre schade etwas zu verpassen.

 

Sagen Sie ihm, wie wichtig es ist für Sie Klarheit zu bekommen, und dass Sie ihn zum Arzt begleiten möchten.

 

Informieren Sie den Hausarzt über Ihre Beobachtungen und Ihre Befürchtungen. Äussern Sie Ihren Wunsch nach Abklärung. Er kann so beim nächsten Termin das Thema ansprechen und gezielt Untersuchungen einleiten. 

 

Broschüre als pdf-Download: Vergesslich? Eine Abklärung hilft weiter

Infoblatt als pdf-Download: Abklärung und Diagnose einer Demenz

 

2. Wo finde ich Personal für die Hilfe zu Hause?

Sie können sich bei der Spitex, Pro Senectute und dem Roten Kreuz erkundigen, welche Angebote es in Ihrer Nähe gibt. Die kantonalen Anlaufstellen Ihrer Sektion können Ihnen weitere Adressen angeben wie z.B. private Spitex-Organisationen.

 

Weitere Infos unter: Angebote und Leben mit Demenz

Infoblatt als pdf-Download: Entlastung für pflegende Angehörige

Weitere Infos unter: www.spitex.ch

Weitere Infos unter: www. pro-senectute.ch

Weitere Infos unter: www.redcross.ch

 

3. Welche Angebote zur Entlastung gibt es?

Es ist wichtig sich am Anfang zu überlegen, welches Angebot im Moment am hilfreichsten ist. Die weiteren Entlastungangebote können in einem zweiten Schritt in den Alltag eingebaut werden.

Angebote für den Haushalt: Mahlzeitendienst, Fahrdienst, Haushaltarbeiten, Einkaufen, administrative Unterstützung usw.

Angebote zur Entlastung pflegender Angehörige: Pflege- und Betreuung, Tages- und Nachtstätten, Besucherdienst, Ferienbett, Alzheimerferien usw.

 

Weitere Infos unter: Angebote

Infoblatt als pdf-Download: Entlastung pflegender Angehöriger

Infoblatt als pdf-Download: Finanzielle Ansprüche bei Demenzkrankheiten

Alzheimerferien

 

4. Wie kann ich meine an Demenz erkrankte Mutter dazu bringen, Hilfe von Aussen anzunehmen?

Die Krankheit führt dazu, dass bei Menschen mit Demenz meist die Krankheitseinsicht fehlt. Wenn Schwierigkeiten abgestritten werden, bringt Argumentieren oft nicht weiter. Verweigert eine Person Hilfe, obwohl das Umfeld diese für unumgänglich hält, sollte die Hilfe trotzdem organisiert werden. 

Suchen Sie eine für ihre Mutter akzeptable Begründung und schlagen Sie ihr einen Versuch vor.

 

  • Angehörigengruppen 
Infoblatt als pdf-Download: Entlastung pflegender Angehöriger
 

5. Mein Partner wird zunehmend aggressiv. Was kann ich tun? Wie kann ich mich schützen?

Häufig ist Überforderung der Auslöser von Aggressivität, sei dies bei Menschen mit Demenz oder überhaupt. Wer sich unverstanden oder missachtet fühlt, mag gereizt sein, sich ereifern und unter Umständen handgreiflich werden. Unsere Infoblätter bieten zahlreiche Tipps, wie der Aggressivität entgegengewirkt werden kann und viele andere weiterführende Informationen.

 

Infoblatt als pdf-Download: Mit Aggressionen umgehen

 

6. Mein Partner will nicht in eine Tagesstätte, aber ich brauche unbedingt einen Tag Verschnaufpause. Was kann ich tun?

Die Ablehnung kann von der Angst vor Neuem kommen. Nach der ersten Überwindung wird oft beobachtet, dass die erkrankte Person gerne mitmacht. Tagesstätten bieten heute oft viele Aktivitäten an, die Freude machen und welche die individuellen Fähigkeiten nutzen. 

Einen Versuch zu organisieren lohnt sich! Als erster Schritt kann man zusammen die Tagesstätte besuchen und einen Schnuppertag vorschlagen.  Wenn das Weggehen von zu Hause schwer fällt, kann ein Abholdienst eine Lösung sein.

 

Falls die erkrankte Person sich weiterhin gegen die Tagesstätte wehrt, gibt es auch die Möglichkeit, eine Ablösung durch einen Besuchs- oder Entlastungsdienst zu organisieren. 

 

Infoblatt als pdf-Download: Entlastung für pflegende Angehörige

 

7. Welche Medikamente sind sinnvoll?

Es gibt verschiedene Demenzkrankheiten. Welche medikamentöse Therapie sinnvoll ist hängt von der Demenzkrankheit ab, wie auch vom weiteren Gesundheitszustand. 

Bei der Alzheimer-Krankheit werden sogenannte Antidementiva eingesetzt, die das Fortschreiten der Erkrankung verzögern und die Hirnleistungen vorübergehend verbessern können. Man unterscheidet zwischen der bei Krankheitsbeginn eingesetzten Gruppe der Cholinesterase-Hemmer und Memantin, das im mittleren und fortgeschrittenen Stadium die Hirnleistung fördert.

Da im Vorfeld von Demenzerkrankungen häufig Depressionen auftreten, können auch Antidepressiva Teil der Behandlung sein. Bei Verhaltensauffälligkeiten kommen gelegentlich Neuroleptika zur Anwendung, allerdings nur kurzfristig und in geringen Mengen. 

 

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Infoblättern:

Infoblatt als pdf-Download: Medikamente zur Behandlung einer Alzheimer-Krankheit

Infoblatt als pdf-Download: Behandlung von Stimmungs- und Verhaltensstörungen

Infoblatt als pdf-Download: Häufige Demenzkrankheiten: Alzheimer-Krankheit und vaskuläre Demenz

Infoblatt als pdf-Download: Seltene Demenzkrankheiten

 

8. Wo erhalte ich Informationen zu finanziellen und rechtlichen Fragen?

Das Alzheimer-Telefon und die Anlaufstellen der Sektionen helfen Ihnen gern, die Fäden von rechtlichen und finanziellen Problemen zu entwirren. 

 

Unsere Infoblätter „Finanzielle Ansprüche bei Demenzkrankheiten“, das auch einen Überblick über die wichtigsten Versicherungsleistungen in der Schweiz im Falle von Demenz umfasst, sowie „Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung“ das bereits das Erwachsenenschutzrecht von 2013 einbezieht, fassen die wichtigsten Themen zusammen. Diese Informationen werden mit dem Infoblatt „Mit einem Testament oder Erbvertrag vorsorgen“ ergänzt.

 

Weiter machen Pro Senectute und Pro Infirmis persönliche Sozialberatungen und helfen beim Ausfüllen von Formularen.

 

Infoblatt als pdf-Download: Finanzielle Ansprüche bei Demenzkrankheiten

Infoblatt als pdf-Download: Vorsorgeauftrag und Patientenverfügung

Infoblatt als pdf-Download: Mit einem Testament oder Erbvertrag vorsorgen

Weitere Infos unter: www.pro-senectute.ch

Weitere Infos unter: www.proinfirmis.ch (vor dem Rentenalter)

Weitere Infos unter: www.uba.ch (Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter)

 

9. Wann ist ein Umzug ins Pflegeheim angezeigt? Auf was muss ich achten bei der Auswahl des Heimes? 

Der Eintritt in ein Pflegeheim ist dann angezeigt, wenn die Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist, weil zum Beispiel eine 24-Stunden Betreuung nötig ist oder die Person sich selbst oder andere gefährdet. 

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Infoblatt „Den Heimeintritt ins Auge fassen“. Mögliche Kriterien für die Auswahl der Institution finden Sie im Beiblatt „Leitfaden für den Heimeintritt“. Zusätzlich geben Ihnen das Alzheimer-Telefonteam unter der Nummer 024 426 20 00 oder die Anlauf- und Beratungsstelle Ihrer kantonalen Sektion gerne Auskunft und beraten Sie.

 

Infoblatt als pdf-Download: Den Heimeintritt ins Auge fassen

 

10. Meine Mutter ist unglücklich im Heim und will an den alten Wohnort zurück. Was soll ich tun?

Es kommt darauf an, wie lange sie schon dort ist und wo die Probleme liegen. Ein paar Wochen Zeit um sich einzuleben sind sicher nötig. Welchen Eindruck haben die Angehörigen vom Heim? Sie können ein Gespräch mit dem Pflegeteam, der Heimleitung oder einer Betreuungsperson anfordern um abzuklären, woran es liegen könnte und was zur besseren Integration getan werden könnte.

Das Bedürfnis, „nach Hause“ zu wollen gehört zur Demenz und verschwindet oft auch zu Hause nicht, aber es kann zurückgehen, wenn ein gutes Geborgenheitsgefühl entsteht. Es ist wichtig, die möglichen Optionen zu prüfen und nicht voreilig zu handeln.

 

Das Alzheimer-Telefonteam unter der Nummer 024 426 06 06 oder die Anlauf- und Beratungsstelle Ihrer kantonalen Sektion informieren und beraten Sie gerne.